Raum für Gefühle und Gedanken im Trauercafé

Nachricht Hann. Münden, 25. September 2026
Auf dem Foto das fast komplette ehrenamtliche Team des Trauercafés in Hann. Münden: (hinten von links) Gisela Kopf, Ute Dubbel, Manfred Choryza, (vorn von links) Christa Schrader, Anke Schiffler, Dunja Christokat und Walburga Gundlach. Nicht im Bild: Reinhard Beltz und Elisabeth Voß.

Das Trauercafé des ambulanten Hospizdienstes Alpha in Hann. Münden, eine Einrichtung des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen-Münden, öffnet nach einer mehrmonatigen Pause wieder am Sonntag, 18. Oktober. Immer am 3. Sonntag eines jeden Monats sind dann Trauernde herzlich eingeladen, von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr zusammenzukommen. Die Treffen finden im Gemeindesaal der Katholischen Pfarrgemeinde St. Elisabeth in Hann. Münden statt, Böttcherstraße 8, und werden von einem Team von Ehrenamtlichen geleitet und begleitet.

Die nun zu Ende gehende Sommerpause hat das Team, bestehend aus sieben Frauen und zwei Männern, genutzt, um sich inhaltlich neu aufzustellen. Bewährtes bleibt bestehen, zugleich sollen die Treffen wieder eine feste Struktur erhalten. Dazu gehöre, dass nach einer Begrüßung und einer kurzen Einführung der Verstorbenen gedacht wird und die Trauernden für diese Kerzen anzünden können. Danach wird über ein bestimmtes Thema gesprochen.

In den zurückliegenden drei Jahren habe sich das Trauercafé für viele Menschen zu einem wichtigen Ort der Begegnung, des Austauschs und der gegenseitigen Unterstützung entwickelt, beschreiben es die Ehrenamtlichen. Trauer brauche Zeit, Raum und Menschen, die zuhören. Dafür war das Trauercafé vor etwa drei Jahren gegründet worden. Es wurde sehr gut angenommen, und die Besucher:innen fühlen sich dort so wohl, dass viele von ihnen auch nach ihrer akuten Trauerphase gerne weiterhin kommen. So war der Wunsch geäußert worden, auf die einst etablierten Rituale zu verzichten, weil man eigentlich nicht jedes Mal wieder an die eigene Trauer erinnert werden wolle. Das Team hatte zwischenzeitlich diesem Wunsch Rechnung getragen, allerdings war das Ziel des Trauercafés ursprünglich ein anderes: Trauernde erleben immer wieder in ihrem Alltag, dass, spätestens, wenn einige Zeit vergangen ist, Freunde oder Verwandte nicht oder nicht mehr bereit sind, über die Trauer zu sprechen. Im Trauercafé jedoch soll genau dafür Möglichkeit und Raum sein.  Dort soll Platz sein für Erinnerungen, Tränen, Hoffnung, Schweigen und Verständnis.

Es kommen fortlaufend neue Gäste ins Trauercafé, sodass die Besucher:innen sich in sehr unterschiedlichen Phasen ihrer Trauer befinden. Im Trauercafé sind alle willkommen. Die Ehrenamtlichen laden die Gäste aber auch dazu ein, von Zeit zu Zeit zu reflektieren, wo sie in ihrer Trauer stehen. Trauer sei eine natürliche Reaktion auf den Verlust eines geliebten Menschen und verlaufe bei jedem und jeder anders, beschreiben es die Ehrenamtlichen. Es gebe dabei weder ein „Richtig“ oder „Falsch“ noch einen Zeitplan. Wer für sich schließlich feststellt, dass er oder sie die Unterstützung durch die geschulten Ehrenamtlichen im Trauercafé nicht mehr benötigt, dem gibt das Team gern Tipps für Treffpunkte und Angebote, bei denen das gesellige Miteinander im Vordergrund steht.

Auch künftig werde das Trauercafé nun von Juli bis September eine Pause einlegen. Diese Zeit sei für die Reflexion der eigenen Arbeit sehr wichtig und gebe auch den Trauernden Gelegenheit, ihren Standpunkt zu bewerten.

Für akute Fälle bietet Alpha natürlich auch in diesen Monaten Trauergespräche an, sagt Koordinatorin Sandra Frommherz. Außerdem ist ein weiteres Angebot in Planung: Die Bürgerstiftung ambulantes und stationäres Hospiz Hann. Münden finanziert die Ausbildung zweier Ehrenamtlicher, sodass diese dann auch eine Trauergruppe leiten dürfen. Da diese Ausbildung recht umfangreich ist, werde die Trauergruppe voraussichtlich in etwa einem Jahr ihre Arbeit aufnehmen können.

Ambulanter Hospizdienst Alpha