„Wir haben einige schwierige Tage vor uns“, sagt er, „aber jetzt spielt das für mich keine Rolle mehr. Ich war schon auf dem Berggipfel … Ich habe das gelobte Land gesehen.“ Diese Worte sagt er gegen Ende seiner Rede an die streikenden Müllarbeiter in Memphis. Martin Luther King. Pastor. Bürgerrechtler. Im gewaltlosen Kampf gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit, gegen Rassentrennung. Wenige Stunden später wird er am 4. April 1968 im Alter von 39 Jahren von einem Attentäter getötet. Kurz vor dem Osterfest 1968.
Unwillkürlich muss ich an Jesus denken: seinen umjubelten Einzug in Jerusalem vor gut 2000 Jahren, das letzte Abendessen mit seinen Freunden, wie er gefangen genommen wurde, verurteilt und am Kreuz hingerichtet wurde. Nun steht eine Wache vor seinem Grab. Und morgen werden Frauen feststellen, dass sein Grab leer ist. Dass Gott stärker ist als der Tod. Dass das Leben weitergeht – und Gott es neu macht.
Heute stehe ich noch dazwischen: Im Widerstreit der Gefühle.
Zwischen Schmerz und Hoffnung. Zwischen Lähmung und Aufstehen. Zwischen Grabesruhe und dem Flackern eines neuen Feuers. Zwischen Tod und Leben. Noch ist das neue Leben nicht zu sehen. Gott überspringt das Dunkel nicht, er verwandelt es. Und ich ahne: Er schenkt Leben. Hier schon und nach dem Tod. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frohes Osterfest und dass Sie – in all den schwierigen Tagen des Lebens - immer wieder neu zum Leben aufstehen!
Pastorin Heide Michaela Panke, Krankenhaus- und Hospizseelsorge im Altkirchenkreis Münden