Einsamkeit, Schulstress oder Suizid-Gedanken – Wenn man nicht mehr weiterweiß und niemanden zum Reden hat, dann ist sie für die Menschen da: Die TelefonSeelsorge. Sie ist für Anrufende kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Um das zu gewährleisten, ist sie auf ehrenamtliche Mitarbeitende angewiesen.
Mitte Juni startet eine neue Ausbildungsgruppe in Göttingen und bietet zehn bis zwölf Plätze an. Interessierte können sich vorab per Telefon informieren. Die Ausbildung findet einmal wöchentlich, immer mittwochs in Schulzeiten, ca. 17:30-19:30 Uhr, statt. Zusätzlich werden an vier Blockseminaren weitere Inhalte vermittelt. Der Kurs umfasst theoretische Einheiten zu Gesprächsführungs- oder Kommunikationstechniken sowie praktische Übungen.
„Die Ausbildung dauert ein Jahr“, erklärt die stellvertretende Leiterin der TelefonSeelsorge Göttingen Susanne Pfennig-Wiesenfeldt. „Das Alter der Teilnehmenden reichte bisher von Anfang 20 bis Mitte 70. Generell bewerben sich mehr Frauen, als Männer. Gerne hätten wir auch mehr Studierende, die sich bei uns engagieren wollen, gerade hier in der Universitätsstadt würde sich das anbieten.“ Die derzeitigen Ehrenamtlichen kommen aus Südniedersachsen und Nordhessen, wie Göttingen, Northeim, Bad Sachsa, Seeburg, Hann. Münden, Dransfeld und Eschwege.
„Schon während des Kurses bekommen wir viele positive Rückmeldungen von den Teilnehmenden“, berichtet die Leiterin der TelefonSeelsorge Göttingen, Pastorin Annemarie Pultke. „Ich habe gelernt, dass ich gar keine Antworten auf die vielen Sorgen und Probleme der Anrufenden geben brauche. Zuhören, im Hier und Jetzt sein, den Anrufenden ein kleines Stück begleiten.“ und „Die Ausbildung hat mir einen richtigen Entwicklungsschub gegeben. Ich bin empathischer und offener geworden“ sind zwei Rückmeldungen der Kursteilnehmenden.
Am Ende des Kurses hospitieren die zukünftigen Ehrenamtlichen bei bereits tätigen Telefonseelsorger:innen. Nach der Ausbildung schließt sich eine mindestens zweijährige Mitarbeit an. „Die meisten bleiben aber deutlich länger bei uns“, so Pastorin Pultke. Während ihrer Tätigkeit haben die Ehrenamtlichen die Möglichkeit an weiteren Fortbildungen und Supervisionen teilzunehmen. Interessenten, die sich eine Mitarbeit im Team der TelefonSeelsorge vorstellen können, müssen keine psychologische Vorbildung haben. Wichtig sei ein Interesse an der ehrenamtlichen Arbeit.