Die Pflanzzeit beginnt und Tontöpfe werden benutzt, um Gartenkräuter oder Blumen zu säen. Nach ein paar Tagen sieht man das erste Grün. Ein Tontopf ermöglicht neues Leben. Doch der Tontopf kann in mehrere Scherben zerbrechen, so wie menschliches Leben zerbrechen kann. Übertragen gesehen stehen einzelne Scherben für das, wodurch ein Mensch verletzt werden kann: durch Tod einer nahestehenden Person, Streit unter Freunden, Krieg, die Trennung der Eltern, Krankheit, Geldsorgen, schlechte Noten in der Schule, Gedanken an Selbsttötung.
Menschen werden verletzt oder verletzen andere. Das prägt und geht mit, manchmal ein ganzes Leben.
In der Bibel wird erzählt, wie ein Sohn seinen Vater verletzt und irgendwann erkennt, dass sein Verhalten falsch und er seinen Vater, in diesem Fall Gott, um Vergebung bitten muss.
Was für ein Schritt. Zugeben, dass das eigene Verhalten falsch war und um Vergebung bitten. Gott vergibt. Das kann ein erster Schritt zur Heilung sein.
Bezüglich der Tontopfscherben werden diese durch Gottes Vergebung, und auch, wenn Menschen aufeinander zugehen und sich verzeihen, wieder zusammengesetzt. Der Tontopf wird wieder ganz. Die japanische Kunst „Kintsugi“ besagt: Zerbrochenes wird nicht versteckt, sondern mit Gold verbunden. Gerade die Bruchlinien machen ein Gefäß einzigartig – und kostbar, sie prägen und gehen ein Leben lang mit.
Mit der Jahreslosung 2026 aus der Offenbarung verspricht Gott:
Siehe, ich mache alles neu.
Gott wirft nicht weg – er erneuert, er geht mit uns.
Auch aus Scherben kann Neues entstehen – Schritt für Schritt, Tag für Tag ein Leben lang.
Und dermaleinst ist dann alles geheilt und neu.
Kirchenkreisjugendwartin Christine Döhling