Pastorin Almuth de Buhr-Böckmann geht in den Ruhestand

Nachricht Hann. Münden, 15. Januar 2026
Abschied nach 35 Jahren: Pastorin Almuth de Buhr Böckmann geht in den Ruhestand.

Von Gottesdiensten bis Familienfreizeiten, von Kinderbibelwochen bis Gospelnights, von Konfirmand:innenwochenenden bis Senior:innen-Geburtstagsfrühstück: Die Liste der Veranstaltungen, die Almuth de Buhr-Böckmann als Pastorin der Evangelisch-lutherischen Stadtkirchengemeinde Münden organisiert, moderiert, geleitet oder mitgestaltet hat, ist lang. In 35 Dienstjahren kommt da so viel zusammen, dass es nicht mehr aufzuzählen ist. Menschen miteinander in Beziehung bringen war ihr dabei immer wichtig und Nächstenliebe leben ohne Ansehen der Person. Am Samstag, 31. Januar, wird Almuth de Buhr Böckmann mit einem Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet, 14:30 Uhr, in der St. Blasius-Kirche Hann. Münden (Ziegelstraße).

Es sei damals ein Geschenk gewesen, in ein großes Team in der Stadtkirchengemeinde einsteigen zu können, sagt sie rückblickend. Mit Freude konnte sie eigene Ideen umsetzen, neue Gottesdienstformate ausprobieren, mit ökumenischen Einschulungsgottesdiensten und Kirchenfesten auch die Konfessionen zusammenbringen. Aus einer warmherzigen Aufnahme durch die Menschen der Region sind über die Jahre viele wertvolle Beziehungen gewachsen, die Bestand haben.

Ganz gleich, mit welchem Kirchenvorstand sie zusammenarbeitete, das Miteinander war immer von Vertrauen und Solidarität geprägt, sagt sie. Sie habe stets große Unterstützung durch die Kirchenvorstände erfahren und sei sich sehr bewusst, dass Gemeindearbeit nur mit dieser großartigen, ehrenamtlichen Einsatzbereitschaft gelingen kann.

Vieles hat sich in den zurückliegenden dreieinhalb Jahrzehnten strukturell verändert. Während die Kapellengemeinde Bonaforth von Anfang an zur Pfarrstelle gehörte, kamen später auch St. Matthäus, St. Lukas und die Kapellengemeinde Laubach hinzu. Der Zusammenschluss der Kirchenkreise Münden und Göttingen und die Gründung des Kirchengemeindeverbands Region Münden-Mitte/Obergericht brachten weitreichende Veränderungen mit sich. Mehrmals übernahm Almuth de Buhr-Böckmann die Vakanzvertretungen in Nachbargemeinden, deren Pfarrstellen vorübergehend unbesetzt waren. „Kirche muss sich immer verändern“, sagt sie, „das ist seit Luthers Zeiten so“. So notwendig das sei, einfach sei es nicht, die Gemeinden brauchten Zeit, sich zusammenzufinden. Sie stellte sich dieser Herausforderung und erinnerte sich dann zuversichtlich an den Vers aus dem 2. Timotheus-Brief 1,7, den sie bei ihrer Einsetzung als Pastorin mit auf den Weg bekam: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit!“

Besonnen zu reagieren, auch, wenn es turbulent zugeht, das war eine Fähigkeit, die sie ständig brauchte, auch bei Einsätzen in der Notfallseelsorge, im Umgang mit den Sorgen und Nöten der Gemeindeglieder oder wenn bei einer Veranstaltung etwas nicht nach Plan lief. Da gab es heikle Situationen, aber auch solche, über die man im Nachhinein lachen kann. Etwa die vergessenen Brautsträuße, „das kommt öfter vor, als man denkt“. Einmal wartete die Hochzeitsgesellschaft über eine Stunde in der Kirche, bis die Brauteltern mit dem Blumengebinde eintrafen. Leider war dies ein Trockengesteck, das beim Aussteigen aus dem Auto von einem Windstoß erfasst und ziemlich zerfleddert wurde. Zu einer Zeit, als das Handy noch nicht ständiger Begleiter war, sei sie auf dem Weg zum Gottesdienst nach Bonaforth mit dem Auto liegengeblieben und versuchte, per Anhalter weiterzukommen. Aber niemand reagierte auf ihren ausgestreckten Daumen. Da nahm sie den Talar aus dem Wagen und winkte damit heftig am Straßenrand – was prompt die gewünschte Wirkung erzielte.

Sie sei „mit vollem Herzen Gemeindepastorin“ gewesen, und empfinde ihren Beruf immer noch als erfüllend und bereichernd, auch, wenn er anstrengend war und der eigenen Familie ein hohes Maß an Verständnis und Toleranz abforderte. Sehr gerne habe sie Festtagsgottesdienste gestaltet, freut sich nun aber darauf, Weihnachten und Ostern ganz mit der Familie planen und erleben zu dürfen. Pläne für den Ruhestand? „Erstmal Pause und genießen, einen Kalender ohne dienstliche Verpflichtungen zu haben“, sagt Almuth de Buhr-Böckmann lächelnd, und dann den länger brach liegenden Hobbys – Klavierspielen, Kreatives, Garten – eine Chance geben.