Andacht "Von Herzen singen"

Nachricht Hann. Münden, 02. Mai 2026
Pastor Andreas Risse

Singen Sie gerne? Wenn ich diese Frage stelle, ernte ich oft einen Satz wie: Ja - unter der Dusche vielleicht. Schade. Denn Singen gehört zu den natürlichsten Ausdrucksformen eines Menschen. Wie Tanzen oder mit den Händen etwas zu gestalten. Was ich oft erlebe: Denen Singen und der Klang der eigenen Stimme etwas fremd geworden sind, die sind manchmal fast beseelt, wenn es sich ergibt, dass sie ungeniert mitsummen oder singen können. Ob im Fußballstadion, beim Rudelsingen, wie es das seit einigen Jahren vor Weihnachten an vielen Orten gibt, oder wenn bei den Konfirmationen in St. Blasius so viele auf einmal einstimmten. Die Forscher, die sich mit der Physiologie des Menschen beschäftigen, können ein Lied davon singen, wie gesund singen ist. Für einen selbst. Und in Gemeinschaft, im Chor, da kann man sogar messen, dass sich die Herzfrequenzen angleichen.

Ich selbst singe für mein Leben gerne, am liebsten im Chor. und spüre dabei mich und die Resonanz mit anderen. Trotzdem singe ich viel zu selten. Manchmal ist mir auch nicht danach. Wenn ich es dann dennoch tue, bin ich hinterher meistens froh. Paul Gerhardt hat vor etwa 400 Jahren Gedichte geschrieben, die kongenial vertont worden sind. Ein ganz bekanntes ist „Geh aus mein Herz…“. Ein anderes heißt: „Du liebe Seele singe, wohlauf und singe schön“. Eine Ermutigung zum Singen. Und was heißt schon „schön“ - da halte ich es mit Stefan Stoppok: „Ob die Töne stimmen oder es schief klingt: Hauptsache dein Herz singt mit.“ Möglichkeiten gibt es. Eine besonders schöne: Samstag, 9. Mai, 18 Uhr Burgruine Sichelnstein: Schlager und Oldies zum Mitsingen. Wir hören uns!

Andreas Risse, Pastor Ev.-luth. Stadtkirchengemeinde Münden