Der Geist Gottes weht, wo er will. Und nicht immer dort, wo wir ihn erwarten: in der Kirche, im Kloster, an heiligen Orten. Der Geist sucht sich seine eigenen Wege. Oft begegnet er uns überraschend – an den unwahrscheinlichsten Orten.
Mir ist er vor einiger Zeit im Konfikurs begegnet. Ehrlich gesagt hatte ich dort nicht unbedingt mit ihm gerechnet. Nicht, weil ich unseren Konfis nichts zutraue. Aber Konfikurs ist meist laut, lebendig, fröhlich und oft auch ziemlich durcheinander. Kein Ort, an dem man den Heiligen Geist zuerst vermutet.
Und doch war er genau dort ganz deutlich zu spüren. Neun Monate nach Beginn unseres Kurses kamen drei neue Konfis dazu. Nicht, weil sie sich den Weg abkürzen wollten, sondern weil das Leben manchmal anders verläuft als geplant.
Aber wie sollte ich das den Konfis erklären? Wie würden sie reagieren? Würden sie protestieren? Die Neuen ablehnen? Würde unsere Gemeinschaft auf die Probe gestellt? In meinem Kopf überschlugen sich die Befürchtungen.
Dann war er da, der entscheidende Moment. Und der Geist fing an zu wehen. Kaum hatte ich die Neuen vorgestellt, meldete sich die Gruppe zu Wort: „Na klar dürfen die mitmachen. Das ist doch kein Problem.“ – „Vielleicht brauchen sie noch etwas Hilfe, weil wir ja schon manches gelernt haben.“ Und dann: „Wir müssen ja vierundzwanzig Gottesdienste besuchen. Aber das wäre doch unfair. Die drei haben ja nur noch ein Jahr. Reichen da nicht zwölf?“
Was sollte ich da noch sagen? Der Heilige Geist hatte längst entschieden.
Und ich hatte an diesem Nachmittag viel gelernt: Gottes Geist zeigt sich oft ganz unvermittelt. Nicht nur an heiligen Orten. Sondern auch dort, wo es laut, fröhlich und bunt ist. Wenn Menschen ihre Türen öffnen und sagen: Kein Problem. Wir haben noch Platz. Komm einfach dazu.
Dr. Franziska Ede, Pastorin für die Dreieinigkeits-Kirchengemeinde Escherode-Dahlheim-Nienhagen-Nieste sowie die Gemeinde Uschlag