„Wir können wirklich nur danke sagen, Ihnen allen vielen, vielen Dank!“ so Anja Schweitzer von der Kirchenkreissozialarbeit der Diakonie Göttingen-Münden bei der Spendenübergabe im PETRI HAUS: Durch eine gemeinsame Aktion der Serviceclubs in Südniedersachsen kann der betreute Treffpunkt für allein- und getrennterziehende Frauen aus Stadt und Landkreis Göttingen, „FreiRaum“, bis Ende Mai 2027 wieder weiterarbeiten. Seit bisherige Fördermittel weggebrochen sind, ist dieses Zusatzangebot der Diakonie auf Spenden angewiesen. Die 4250 Euro der Clubs, die sich dafür im so genannten „Hattemer-Kreis“ zusammengeschlossen haben, füllt nun die bis dahin verbliebene Lücke.
Bei einem Besuch im PETRI HAUS in Göttingen-Grone, Eltern-Kind-Zentrum mit integrierter Kindertagesstätte, konnte sich eine Delegation der Spender*innen davon überzeugen, dass dieses Geld gut investiert ist. Dort findet der betreute Treff 14-tägig statt, geleitet von der Sozialpädagogin Kerstin Uhlendorff-Lehmann. Anja Schweitzer, Kerstin Uhlendorff-Lehmann und die Koordinatorin des PETRI HAUSES, Tanja Sauder, skizzierten, wie in guter Kooperation und Vernetzung der FreiRaum in viele Richtungen nachhaltig Positives bewirkt.
Die Angebote bei den Treffen reichen von Kreativem und Geselligem bis hin zu handfesten Themen, zu denen auch Fachreferentinnen eingeladen werden – etwa für eine Beratung zu Beziehungsfragen oder für Informationen zu Scheidung oder Unterhaltszahlungen. Sozialpädagogin Uhlendorff-Lehmann steht für Gespräche bereit, aus der Gruppe heraus werden auch Einzelgespräche vereinbart. Das Ganze ist dabei gut vernetzt mit allen Beratungs- und Hilfsangeboten der Diakonie, sodass stets auf kurzem Weg die richtige Hilfe bei den Frauen ankommt. Die Teilnehmerinnen wurden umgekehrt aus der Kirchenkreissozialarbeit und aus dem PETRI HAUS in die Gruppe vermittelt, also von dort, wo man genau weiß, welche Bedarfe bestehen. Um die 25 Frauen sind auf der fluktuierenden Teilnehmerinnenliste, bis zu zehn nehmen jeweils an den Treffen teil, sodass für Betreuung und Gespräche bislang eine Sozialpädagogin ausreicht.
Die Kirchenkreissozialarbeit des Diakonieverbandes Göttingen-Münden berät und unterstützt an mehreren Standorten in Stadt und Landkreis Göttingen schon lange alleinerziehende Frauen. Nachdem in diesen Gesprächen immer wieder deutlich wurde, wie isoliert Alleinerziehende oft sind, wurde ein erster Treffpunkt ins Leben gerufen. Den FreiRaum in seiner jetzigen Form gibt es seit 2022. Das PETRI HAUS stellt seine Räume kostenlos zur Verfügung. Während die Mütter im Gruppenraum zusammenkommen, werden im Gymnastikraum ihre Kinder betreut.
Die Kinderbetreuung sei dabei durchaus herausfordernd, berichtet Anja Schweitzer. Die Zusammensetzung der Kinderschar ist jedes Mal anders, die Altersunterschiede sind groß, und die Kinder haben dann auch schon einen langen Betreuungstag hinter sich. Eigentlich wäre eine zweite Betreuungsperson für die Kinder nötig, denn auch die Kinder brauchen jemanden, der zuhört, bekräftigt Tanja Sauder. Doch das ist Zukunftsmusik. Nach dem Spendensammeln ist vor dem Spendensammeln: Damit es den FreiRaum auch ab Juni 2027 noch geben kann, setzen die engagierten Macherinnen die Sponsor*innensuche nahtlos fort.
Soroptimist International Club Göttingen hat bereits über seinen Förderverein, den Göttinger Hilfsfonds, ein online Fundraising gestartet auf der Plattform wecanhelp.de , wo per Spende, aber auch über online Einkäufe Spendensummen generiert werden können. Der direkte Link: Spendenprojekt von Göttinger Hilfsfonds e.V. .
Serviceclubs im Schulterschluss: Der Hattemer-Kreis
Der Hattemer-Kreis ist eine Besonderheit. Sein Name geht auf die Initiatorin Helgard Hattemer zurück, die vor gut 20 Jahren zum ersten Mal die Serviceclubs in der Region - von Lions bis Rotary, von Zonta bis Inner Wheel und Soroptimist International - an einen Tisch holte und diese Initiative viele Jahre organisierte. Das Ziel: Ein gemeinsames Projekt mit einer großen Spendensumme unterstützen, anstatt nach dem Gießkannenprinzip zu verfahren. 22 Clubs haben sich der Initiative angeschlossen. Einmal im Jahr hat jeder Club die Möglichkeit, ein Projekt vorzuschlagen. Der Vorschlag FreiRaum kam von Soroptimist International Club Göttingen, der schwerpunktmäßig Projekte zur Verbesserung der Lebenssituation von Frauen und Mädchen unterstützt.
Jeweils im Herbst treffen sich Vertreter*innen der Clubs in großer Runde, in der die potenziellen Spenden*empfängerinnen persönlich ihre Projekte vorstellen, dann wird abgestimmt. Je nach Bedarf wird die Gesamtsumme zuweilen auf mehrere Empfänger*innen aufgeteilt. So gehen in diesem Durchlauf auch über 3000 Euro an die Diakonie Leine-Solling für das Projekt „Alles dabei – damit Bildung gelingt!“. Koordinator des Hattemer Kreises ist aktuell Christian Börries.