Andacht "Freuden des Sommers"

Nachricht Göttingen, 30. Mai 2026

Wie freu’ ich mich der Sommerwonne / Des frischen Grüns in Feld und Wald, / Wenn’s lebt und webt im Glanz der Sonne / Und wenn’s von allen Zweigen schallt! So dichtet Hoffmann von Fallersleben.

Man muss jetzt übers Land fahren, nach Friedland, Waake oder Bischhausen. Dann sieht man, wie dichtes, frisches Grün die Bäume und Hecken tragen, sieht die Mohnblumen am Rand der Felder und die wilden Rosen. Riecht die zuweilen sehr frisch-würzige Landluft. Es ist herrlich dieser Tage im Landkreis Göttingen.

„Heit schaugn die Madln wia Äpfel aus,/ heit is a glasiger Dog./ Heit laß I d’ Welt ausm Käfig raus,/ heit mach I mitm Leem an Vertrag“, singt Liedermacher Konstantin Wecker in den 1980er-Jahren.

In der Tat: In diesen frühsommerlichen Tagen muss man in der Stadt sein. Ein kühles Eis essen, in einem Straßencafé sitzen, ein bisschen Zeit haben und die Leute beobachten, wie sie viel leichter, luftiger und beschwingter von den warmen Sonnenstrahlen durch die Straßen gehen als sonst und sich die Auslagen in den Geschäften ansehen. Das ist das Leben, was einem selbst und den anderen wieder durch die Adern fließt.

Was denn nun? Aufs Land fahren oder in die Stadt gehen? Vielleicht tut beides gut in diesen Tagen. Vor allem dann, wenn einem in Herz und Sinnen ein Gefühl durch die Seele fließt: Dass die Natur trotz allem wieder explodiert, da ist, wächst und blüht. Dass wir hier eine Grundlage finden, zu tun, was dem Frieden dient, und uns für eine gerechte Gesellschaft einsetzen können. Dem Himmel sei Dank dafür.

Superintendent Dr. Frank Uhlhorn