Morgen wird mein Neffe konfirmiert. Die Frage stand im Raum, was wir ihm schenken. Geld natürlich, das kann ein junger Mensch immer brauchen. Und dazu etwas Persönliches, etwas Sinnvolles, etwas das bleibt, und ihn an den Schenkenden erinnert. Gar nicht so leicht! Unsere Söhne hatten ihre eigenen Vorstellungen und auch wir überlegten hin und her. Mein Mann kam auf einen Knirps: ein ultraleichter Regenschirm außen, innen UV-beschichtet – auch als Sonnenschirm und Hitzeschutz nutzbar. Gut beschirmt soll der junge Mann durchs Leben gehen!
Sichtbares Zeichen, das ihn vielleicht zugleich an Gottes Segen erinnern kann: „Gott segne und behüte dich. Gottes Wort leuchte dir den Weg. Gottes Geist sei dir Schutz und Schirm vor allem Argen, Stärke und Hilfe zu allem Guten, so wahr Jesus lebt!“
Und ich merke, so einen Schirm wünsche ich mir für uns alle! Nicht nur am Weißen Sonntag. Sondern im alltäglichen Leben! Wenn es stürmt und schwarze Wolken mein Leben bestimmen, wenn es heiß her geht, und ich nicht weiß, wo ich Schutz finden soll. Einen Schirm, der mich schützt. Ein Wort, das mich aufrichtet. Hoffnung, die mein Leben prägt. Die mir zeigt, dass es nicht nur schwarz oder weiß gibt, sondern ganz viele Zwischentöne. Weiß ist ja eigentlich die Summe aller Farben …Vielleicht ist Hoffnung darum kein Entweder-Oder, sondern ein Trotzdem. Leben bleibt in Bewegung, ist begleitet und trotz vieler Krisen beschirmt und ermutigt!
Pastorin Heide Michaela Panke, Krankenhaus- und Hospizseelsorge im Altkirchenkreis Münden