Die Mitglieder der Synode des Ev.-luth. Kirchenkreises Göttingen-Münden sind am 27. August zu ihrer 8. Sitzung in der St. Johanniskirche Göttingen zusammengekommen und haben über die Zukunft der „Neuen Arbeit Brockensammlung“ diskutiert.
Starke Defizite in den vergangenen Jahren, vor allem in der Corona-Pandemie, hatten die selbständige, soziale Einrichtung des Kirchenkreises immer wieder in rote Zahlen gebracht und der Kirchenkreis musste für die Verluste aufkommen. Nachdem betriebsinterne Maßnahmen keine nachhaltige Kehrtwende gebracht haben, wurde mit Ulrich Gensch ein externer Berater mit diakonischem Profil hinzugeholt, mit dem Auftrag, die Neue Arbeit Brockensammlung strukturell und wirtschaftlich umzustellen, um weitere wirtschaftliche Verluste gering zu halten sowie Zukunftsfähigkeit herzustellen. In der jüngsten Sitzung gab Gensch einen Überblick über die seit Juli 2024 eingeführten Maßnahmen und deren Effekte. So sind unter anderem das Erscheinungsbild, unter anderem mit einem neuen Logo, überarbeitet worden, das Warensortiment- und die Warenpräsentation wurde modernisiert, Handwerkbetriebe wurden zusammengelegt, die Buchhaltung angepasst, die Zusammenarbeit mit dem Diakonieverband und dem Kirchenamt ist intensiviert und vor allem sind die Personalkosten gesenkt worden. Dies sei unter anderem durch das Ablaufen befristeter Verträge und dem Renteneintritt von Beschäftigten realisiert worden, so Gensch. Kündigungen seitens der NAB habe es nicht gegeben. Dem Gegenüber stand allerdings ein Umsatzeinbruch in der Tischlerei, der vor allem dadurch entstanden sei, dass der bisherige Leiter bei seinem Weggang viele Kunden mitgenommen habe. Und auch gestiegene Personalkosten durch höhere Tariflöhne hätten kompensiert werden müssen, erläuterte Gensch. Er empfahl das strukturelle Defizit, entstanden durch eine geringere Produktivität und einem höheren Lohn- und Gehaltsniveau im Gegensatz zur Privatwirtschaft, durch eine dauerhafte finanzielle Unterstützung des Kirchenkreises auszugleichen und die NAB weiterzuführen. Allerdings künftig in enger Zusammenarbeit mit dem Diakonieverband Göttingen-Münden, um Synergieeffekte zu erzielen. Dafür müsse der Kirchenkreis zunächst bis 2031 ein jährliches Budget von 100.000 Euro zur Verfügung stellen, um das Defizit auszugleichen. Nach fünf Jahren sollten die Unterstützungsleistungen noch einmal überprüft und gegebenenfalls neu justiert werden. Zudem sollte ein neuer Standort für das Gebrauchtwarenhaus der NAB in der Levinstraße gesucht werden, welcher näher an der Innenstadt liege. Nach einem intensiven Austausch erteilten die Synodalen dem Finanzausschuss den Auftrag, zu prüfen, ob die Unterstützung von 100.000 Euro pro Jahr machbar wäre. Im Februar soll in der Synode erneut darüber gesprochen werden.
Das zweite größere Thema war der vom Ev.-luth. Kindertagesstättenverband Göttingen-Münden gewünschte Organisationsentwicklungsprozess „Zukunftsfähiger KiTa-Verband", der in den Jahren 2027 und 2028 durchgeführt werden soll. Zum 1. Januar 2026 hatte sich der Verband aus den bisher fünf Kitaverbänden im Kirchenkreis zusammengeschlossen. Bisher habe es unter anderem unklare Zuständigkeiten, Doppelstrukturen und Schnittstellenprobleme sowie uneinheitliche Prozesse und Standards gegeben, erläuterten Pastor Matthias Opitz vom Vorsitz des Verbands, eine der pädagogischen Leiterinnen, Meike Waßmann, und Kirchenamtsleiter Steffen Creydt. Dies soll nun behoben werden und der neue Verband für die Zukunft besser aufgestellt werden. Dafür werden eine 0,5-Projektstelle, eine externe Projektbegleitung und Sachkosten, gesamt: 213.160 Euro benötigt, die über einen landeskirchlichen Zuschuss und zweckgebundener KiTa-Restmitteln gedeckt sind. Dem Antrag wurde von den Synodenmitgliedern einstimmig stattgegeben.
Zum Abschluss der Sitzung berichteten Superintendentin Marit Günther-Menzel und Eduard Hilgert von der letzten Landessynode der Landeskirche Hannovers.
Hildgund Broda und Niclas Deeke stellten den Sachstand des Zukunftsprozesses der Landeskirche Hannovers vor, wonach das Budget des Kirchenkreises bis 2035 um rund 30 Prozent gesenkt werden muss. Zudem sollen im Kirchenkreis im Oktober, November und Dezember 2026 online und vor Ort „Resonanzräume“ für Anregungen und Diskussionen zur Gestaltung der Kirche bis 2035 angeboten werden. Diese Treffen bieten die Möglichkeit zum Austausch des Kirchenkreisvorstands mit den Synodalen, Kirchenvorständen, Pastor:innen, Pfarramtssekretär:innen, Diakon:innen sowie A- und B-Musiker:innen. Die Überlegungen des KKV zum Zukunftsprozess sollen dabei diskutiert werden, es können Fragen gestellt und die generelle Richtung bewertet werden. Was macht Gemeindeleben aus? Was ist essenziell, was kann wegfallen? Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt.