Der 4. Juli erinnert an eine große Vision. 13 Staaten erklären ihre Unabhängigkeit von Großbritannien und gründen vor 250 Jahren unter Thomas Jefferson die USA: „Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen sind, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt sind, worunter Leben, Freiheit und das Streben nach Glück gehören.“ Diese Worte sind historisches Zeugnis für Demokratie.
Sie berühren eine tiefe menschliche Sehnsucht: frei zu sein von Angst, von Unterdrückung und Schuld, gleich zu sein in Würde und Wert und Glück im Leben zu finden. Sie bringen Menschen auf einen Weg, auf dem diese Worte mit Taten gefüllt werden müssen. Immer wieder neu. Freiheit, Gleichheit und Glück sind Ursprung und Ziel, uns zugesprochen. Und so staunt auch der Beter des 8. Psalms: „Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst. Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott. Mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.“ Mir wird deutlich: Diese Welt ist uns anvertraut, als Lebensort, sie zu gestalten und bewahren. In Achtsamkeit miteinander zu leben, einander zu ergänzen und zu helfen. Freiheit ist mehr als äußere Unabhängigkeit. Sie ist eine innere Befreiung, die uns zu Menschen macht, die lieben, vergeben und Brücken bauen können. Jeder Mensch ist von Gott gewollt, einzigartig und doch gleich wertvoll. Wenn wir so miteinander umgehen, wird Freiheit zum Geschenk füreinander zum Leben in dieser Welt.
Pastorin Heide Michaela Panke, Krankenhaus- und Hospizseelsorge im Altkirchenkreis Münden