Abschied nach 27 Jahren im Hospizdienst Alpha: Eva Maschinski geht in den Ruhestand

Nachricht Göttingen, 17. April 2026
Eva Maschinski

Abschied vom Hospizdienst Alpha: Eva Maschinski geht in den Ruhestand

27 Jahre lang hat Eva Maschinski den ambulanten Hospizdienst Alpha koordiniert und geleitet. Jetzt tritt sie ihren Ruhestand an. Im Gottesdienst am Sonntag, 3. Mai 2026, ab 10 Uhr, wird sie in der St. Blasius Kirche in Hann. Münden (Ziegelstraße) feierlich verabschiedet.

Wie viele Kurse für Ehrenamtliche, die sich in der Hospizarbeit engagieren, sie organisiert hat, hat sie nicht gezählt. Aber wie bereichernd die Gespräche mit den Ehrenamtlichen stets waren, das steht ihr deutlich vor Augen. Mit Dank und Freude blicke sie auf das Engagement der Ehrenamtlichen zurück und auf das immer gute kollegiale Miteinander. Nur in einem so guten Team könne die Arbeit gelingen.

Eva Maschinksi hat in den zurückliegenden fast drei Jahrzehnten eine immense Entwicklung in der Hospizarbeit miterlebt und mitgestaltet. Von den Anfängen, als der Hospizdienst Alpha noch „Beratungsstelle Alpha zur Begleitung Schwerstkranker, Sterbender und deren Angehöriger“ hieß, über den Besuchsdienst der Alpha-Aktiven auf der damaligen Palliativstation im Mündener Krankenhaus bis zur heutigen Kooperation mit dem stationären Hospiz der AWO Gesundheitsdienste am Vogelsang und der Bürgerstiftung gab es immer wieder Veränderungen. Aus einer festen „Trauergruppe“ entwickelte sich das offene Trauercafé. Im Klinikum Hann. Münden bietet Alpha heute eine hospizliche Sprechstunde an. Als 2020 für den Hospizdienst Alpha eine zweite halbe Stelle eingerichtet wurde, sei das „ein Meilenstein“ gewesen, sagt Eva Maschinski.

Heute ist das Thema Hospizarbeit insgesamt stärker in der Öffentlichkeit präsent als vor über 20 Jahren, dennoch sei es nie „abgearbeitet“, sagt sie, man müsse immer wieder Kontakte pflegen. Und für die Patient:innen selbst bleibe es immer eine schwierige Entscheidung, wann sie einen Hospizdienst rufen möchten, denn das bedeute, dass man den Gedanken an den nahenden eigenen Tod zulässt.

Wenn der Hospizdienst um eine Sterbebegleitung gebeten wurde, traf sich die Koordinatorin zunächst allein mit dem Patienten oder der Patientin, beim zweiten Besuch mit dem oder der Ehrenamtlichen gemeinsam. Alle Gespräche mit den Sterbenden sind streng vertraulich. Daher spricht Eva Maschinski natürlich nicht über konkrete Fälle. Oft komme jedoch am Ende eine Art Lebensbeichte, plötzlich hätten Menschen das Bedürfnis, über die Dinge zu reden, die sie noch nie jemandem anvertraut haben, sagt sie, durchaus auch über die nicht schönen Dinge. Manche möchten unbedingt noch einmal eine Person sehen, zu der sie den Kontakt verloren hatten. Mal könne man diesen Wunsch erfüllen, manchmal aber auch nicht. „Das ist sehr berührend, manchmal auch belastend“. Am Ende gebe es eine Wahrhaftigkeit, die nichts Banales mehr enthält. Es sei immer wieder eine Situation voll großen Vertrauens, ernst, aber es sei auch „schön, diese wichtige Zeit mit jemandem teilen zu können. Das regt auch die eigenen Gedanken an, man wird dankbarer für das, was selbstverständlich scheint. Man sieht, wie schnell etwas kippen kann“, sagt Eva Maschinski.

Sie ist in den 27 Jahren nie müde geworden, um neue Ehrenamtliche für den Hospizdienst zu werben – mit Erfolg. Es sei sehr schön, dass sich immer wieder Menschen fänden, die bereit seien, hier mitzuwirken. Die einen kommen einfach, weil sie es sinnhaft finden, andere aus persönlichen Erfahrungen heraus. Manche hatten selbst gute Erfahrungen mit der Sterbebegleitung eines Angehörigen und möchten das weitergeben, anderen hatte vielleicht etwas gefehlt, als ein Angehöriger starb. Es gab auch Ehrenamtliche, die früher selbst in der Pflege gearbeitet hatten, wo sie im eng getakteten Berufsalltag gerne mehr Zeit für Schwerstkranke oder Sterbende gehabt hätten und die sich diese Zeit nun im Ehrenamt nehmen möchten. „Ich finde, es ist ein richtig schönes Ehrenamt“, bekräftigt die scheidende Koordinatorin und wünscht Alpha, dass sich alles weiter gut entwickelt. Sie freut sich nun auf mehr Zeit für die Familie und Reisen – und irgendwann ein schönes Ehrenamt.

Die Koordination des ambulanten Hospizdienstes Alpha liegt weiter in den Händen von Sandra Frommherz, die diese Aufgabe bisher bereits gemeinsam mit Eva Maschinski innehatte. Die nun freiwerdende halbe Stelle ist ausgeschrieben und soll neu besetzt werden.