Im Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen-Münden ist im Januar das einjährige Projekt „Diakonie (er)leben“ gestartet. Damit soll die Verbindung von Diakonie und Kirche gestärkt werden. Grundfinanziert wird das einjährige Vorhaben durch den Diakoniefonds des Kirchenkreises, weitere Förderungen und Spenden sind willkommen.
Verantwortlich ist Selina Lorenzen, die das Projekt mit zehn Stunden die Woche vorantreibt. Neben ihrer Projektstelle ist sie als Sozialarbeiterin bei der Kirchenkreissozialarbeit im Diakonieverband Göttingen-Münden des Kirchenreises tätig. Zusammen mit St. Marien-Pastor Steffen Lahmann entwickelt sie verschiedene Formate, mit denen im Forum Kirche und Diakonie und der angrenzenden St. Mariengemeinde Menschen für die Angebote der Kirche begeistert werden sollen.
So haben sie gemeinsamen mit der Lebensberatung einen Gottesdienst zum Valentinstag organisiert, bei dem Stände über verschiedene Formen von Beziehungen informiert haben. Mitarbeiterinnen der Lebensberatung, die auch Paarberatungen anbietet, standen für Gespräche zur Verfügung. Am 3. Mai um 15 Uhr findet ein Mitsingnachmittag in der St. Marienkirche Göttingen unter dem Motto „Schlager und Oldies zum Mitsingen“ statt. Der Kirchenkreis lädt dazu gemeinsam mit der Kirchengemeinde Göttingen-Mitte, der Ev. Familien-Bildungsstätte Göttingen und dem Diakonieverband ein. Mit dabei ist die Band „Klangweg“ und Kirchenmusikdirektor Detlef Renneberg sowie ein Festivalchor, der unter anderem für diese Veranstaltung gegründet wird (Anmeldungen für Interessierte bis 10. April bei Kreiskantorin Gabriele Renneberg: gabriele.renneberg@evlka.de). Bei kühlen Getränken, Kaffee und Kuchen gibt es zudem Gelegenheit zu Austausch und Begegnung. Die Veranstaltung ist Teil des Mitsingfestivals der Landeskirche Hannovers, das vom 2. bis 25. Mai unter dem Motto „Wer singt, blüht auf!“ stattfindet. Im Herbst ist eine Vesperkirche in St. Marien geplant.
Aber nicht nur in der Innenstadt soll es Angebote geben, erklärt Lorenzen: „Wir wollen ein Ehrenamtsteam aufbauen, das auch raus in die Landgemeinden fährt und dort Veranstaltungen und Gottesdienstformate anbietet.“
Eine direkte Zielgruppe gibt es nicht, aber aus ihrer täglichen Arbeit als Sozialarbeiterin und Seelsorger kennen Lorenzen und Lahmann die Sorgen und Nöte der Menschen, die sie für ihre Angebote begeistern möchten. „Klient:innen unserer Diakonieeinrichtungen können oft aus finanziellen Gründen an vielen Dingen des täglichen Lebens nicht teilhaben. Einsamkeit ist ein weiteres Problem. Gerade für Senior:innen ist das oft ein Thema. Keine Arbeit zu finden, alleinerziehend zu sein – wir wollen für alle Menschen da sein und ihnen die Möglichkeit geben, unabhängig ihrer finanziellen oder persönlichen Situation an Veranstaltungen teilzunehmen“, erklärt Lorenzen.
„Das ist für mich Wesensart von Kirche“, so Pastor Lahmann. „Diakonische Arbeit wird immer bedeutsamer. Diesen Bereich zu stärken halte ich für sehr wichtig. Gerade wenn sich viele Menschen fragen, warum sie in der Kirche sind, hat die soziale Arbeit, die wir leisten, ein großes Gewicht. Mit unserem Projekt wollen wir dazu beitragen, Diakonie in der Wahrnehmung der Stadtgesellschaft zu verankern. Das Forum und die angrenzende St. Marienkirche sollen für den Kirchenkreis Göttingen-Münden das diakonische Zentrum und Anlaufstelle für die Menschen sein.“