In Stadien wird nicht nur Fußball gespielt. Immer öfter werden sie zu Orten, an denen Menschen gemeinsam Weihnachtslieder singen – Hunderte, Tausende, manchmal Zehntausende. Das hannoversche Stadionsingen ist längst ausverkauft, mehr als 30.000 Stimmen werden dort erklingen. Und auch im Göttinger Jahnstadion lädt der vierte Adventssonntag wieder ein: Vielleicht gehören auch Sie zu den erwarteten 5.000.
Es sind vertraute Lieder, die verbinden: „O Tannenbaum“ und „O du fröhliche“, aber auch „In der Weihnachtsbäckerei“ oder „Feliz Navidad“. Alte und neue Melodien, getragen von vielen Stimmen, lassen für einen Moment spüren, was Gemeinschaft bedeuten kann.
Wenn am Ende „Happy Xmas“ von John Lennon und Yoko Ono erklingt, öffnet sich ein weiter Horizont. Dieses Lied ist religiös offen – und doch trifft es den Kern der christlichen Weihnachtsbotschaft: die Hoffnung auf Frieden und Versöhnung.
„War is over, if you want it“ – dieser Satz klingt wie ein mutiger Friedensruf. Gerade in einer Welt, in der finstere Mächte laut und sichtbar sind, brauchen wir solche Orte dringender denn je. Orte, an denen Menschen zusammenstehen und ein Zeichen setzen gegen Angst, Hass, Krieg und Gewalt. Das Stadionsingen wird so zu einem sichtbaren Ausdruck der Sehnsucht nach Frieden. Aus vielen Stimmen werden Zeichen des Vertrauens, aus Liedern Friedensboten. Am vierten Advent höre ich diesen Ruf als ein Echo der Hoffnung. Und ich stimme ein – leise oder laut, im Stadion oder im Herzen.
Thorsten Rohloff, Pastor in St. Petri Weende