Weihnachtsausstellung in St. Albani-Kirche Göttingen

Nachricht Göttingen, 01. Dezember 2025

Die Erzgebirgische Volkskunst zählt zu den kulturellen Traditionen des Erzgebirges. Als im 18. Jahrhundert auf Grund des Rückgangs der Erzvorkommen der Bergbau zum Erliegen kam, mussten die ehemaligen Bergmänner nach neuen Einkommensquellen suchen. Spielzeug und Weihnachtsdekoration aus Holz boten eine alternative Einkommensquelle, wie Spieldosen, Nussknacker, Bergmannsfiguren, Weihnachtsengel, Schwibbögen, Reifentiere, Räuchermänner und Flügelpyramiden. Sie und vieles mehr gibt es in der diesjährigen Ausstellung „Wo ist es im Erzgebirge am schönsten?“ in der Göttinger St. Albani-Kirche zu entdecken.

Die Ausstellungsstücke hat erneut Diakon im Ruhestand Wolfgang Ziehe zur Verfügung gestellt. Er hat die Ausstellung auch zusammen mit Küsterin Patricia Heppeler konzipiert. Schon seit vielen Jahren reist er durch Europa und erweitert seine Weihnachtssammlung stetig. Für die diesjährige Ausstellung ist er unter anderem auf dem Antikmarkt in Leipzig fündig geworden. „Hier konnte ich ein Schneehaus aus dem Erzgebirge erwerben. Schneehäuser sind bezaubernde, seltene und schwer zu findende Holzhäuser und ein Erzeugnis traditionellen erzgebirgischen Kunsthandwerks. Mit mehreren Wattekindern mit Porzellanköpfen, Schafen, Erzgebirgeminiaturen, einem Adventsleuchter, mit Glasperlen, Wachsblüten und vielem mehr. Diese mit dichtem Watteschnee bedeckten Häuser waren und sind ein beliebtes Weihnachtsdekorationsobjekt.“

Neben interessanten historischen Fakten, die man auf Karten bei den Ausstellungsstücken findet, bietet der Rundgang durch die Kirche viele Stationen, die auch die Herstellung der Krippen und anderer Weihnachtserzeugnisse zeigen, wie 80 Jahre alte Werkzeuge oder Krippenfiguren aus Holz in ihrer Entstehung. Gerade in den vorherigen Jahrhunderten hat die ganze Familie im Erzgebirge mitgearbeitet, erläutert Ziehe. „Der Vater hat meist die Schnitzarbeiten übernommen, die Ehefrau die Kleidung der Figuren genäht und die Kinder haben sie bemalt.“

Ab sofort bis zum 11. Januar, jeweils vor und nach den Gottesdiensten und Dämmerstunden, sowie am 6. und 7. Dezember, am 13. und 14. Dezember und am 20. und 21. Dezember von 16 bis 18 Uhr ist die Ausstellung geöffnet. Sonderführungen bietet Küsterin Patricia Heppeler an. Anmeldung und Terminabfrage unter Telefonnummer: 0176 22316599.