In der Klosterkirche St. Nikolaus im Göttinger Stadtteil Nikolausberg können Sie bis zum 21. Dezember die Ausstellung „Nikolausberger Krippen“ besuchen. Zur Verfügung gestellt wurden sie von Einwohner:innen aus Nikolausberg. Zu sehen sind die Exponate täglich von 16 bis 18 Uhr und am Wochenende zusätzlich von 10 bis 12 Uhr. Nach Absprache werden auch Führungen durch die vielfältige Auswahl der gezeigten Objekte angeboten.
Die Krippen sind aus ganz unterschiedlichen Materialien hergestellt – von Keramik, über Stoff, unterschiedliche Holzarten, Plastik, Ton bis zu Glitzerperlen. Ob große Krippenfiguren, die ein Vater 1993 zusammen mit seinen zwei Söhnen aus Kiefernholzbrettern gesägt hat, Miniaturkrippen in einer Streichholzschachtel, Maria, Josef und Jesus aus Nespresso Kaffee-Kapseln oder eine bespielbare Playmobil-Krippe – für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Zu den ältesten Exponaten gehört eine große Gipskrippe von einer älteren Dame aus Nikolausberg. Sie ist ca. 120 Jahre alt und seitdem in Familienbesitz. „Da sie keine Erben hat, sucht sie für die Krippe ein liebevolles Zuhause“, berichtet Kirchenpädagogin Birgit Hecke-Behrends, die die Idee zu der Ausstellung hatte. Bereits jetzt hätten sich mehrere Interessent:innen gemeldet, freut sich die Nikolausbergerin.
Zusammen mit ihrem Orga-Team, Dr. Birgit Kuhlmann und Dr. Rainer Laskawi, rief Hecke-Behrends die Nikolausberger:innen im Herbst dazu auf, mit ihrer Krippe die Ausstellung zu bereichern. „Viele sehenswerte Krippen Nikolausberger Familien mit ihren eigenen Geschichten aus unterschiedlichen Zeit- und Stil-Epochen sind in der Klosterkirche zu sehen. Eine besonders schöne Krippe kommt von den Guarani, einer indigenen Bevölkerungsgruppe aus Paraguay, die eine Nikolausbergerin während ihres Schulpraktikums in einer mennonitischen Gemeinschaft dort mitgebracht hatte. Da es gerade kein Schaf gab, das neben Rind und Esel hätte stehen sollen, kam ein Tapir dazu und gehört seitdem zur Krippe dazu.“
Auch sie selbst habe eine Krippe beigesteuert. Das besondere an den von ihr selbst nach einem Konzept von Doris und Primo Egli hergestellten Figuren ist, dass sie ein Drahtgestell und Füße aus Blei haben. So können sie in jede natürliche Körperhaltung geformt werden. „Bei vielen traditionellen Krippen liegt das Jesuskind in einer Krippe. Dies übrigens erst seit Martin Luther. Bei meiner Krippe kann Maria ihr Kind auf den Arm oder auf den Schoss nehmen. Dadurch wird eine Mutter-Kind-Beziehung dargestellt, wie auch bei der gotischen Madonna mit Kind aus dem 15. Jahrhundert über dem Altar mit den Erzählfiguren“, erläutert Hecke-Behrends. Eine weitere Besonderheit ist, dass sie die Szene mit den Figuren an jedem Advent verändert. Sind Maria und Josef zu Beginn noch auf der Suche nach einer Herberge, kommen sie am vierten Advent in Bethlehem an und Jesus kommt auf die Welt.