Kirchenkreissynode

Die Kirchenkreissynode hat die Funktion eines Parlaments für den Kirchenkreis. Ihre Mitglieder bestehen aus von den Kirchenvorständen der einzelnen Kirchengemeinden gewählten Mitgliedern sowie weiteren vom Kirchenkreisvorstand berufenen Mitgliedern. Diese Mitglieder bestehen aus geistlichen und nichtgeistlichen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden des Kirchenkreises. Die laufenden Geschäfte werden vom Präsidium geführt. Die Sitzungen sind in der Regel öffentlich.

Die Kirchenkreissynode beobachtet das kirchliche öffentliche Leben, gibt Anregungen für die Zusammenarbeit der Gemeinden, fördert die ehrenamtliche Arbeit. Sie nimmt die Tätigkeitsberichte der Superintendent:innen und der Ausschüsse entgegen.

Die Ausschüsse

  • Ausschuss für die kirchliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
  • Ausschuss für Kirchenmusik und kirchliche Kulturarbeit
  • Ausschuss für Verkündigung, Gottesdienst und Seelsorge
  • Bauausschuss
  • Diakonieausschuss
  • Finanzausschuss
  • Gebäudemanagementausschuss
  • Kindertagesstättenausschuss
  • Perspektivausschuss
  • Stellenplanungsausschuss
  • Umweltausschuss

Arbeitsgemeinschaften

  • AG Kirche und Demokratie
  • AG Öffentlichkeitsarbeit

Die Mitglieder der Kirchenkreissynode

Vorsitzender

Steffen Magerhans

Das Präsidium

v.l.: Rita Reichler (1. Stellvertretende Vorsitzende), Steffen Magerhans (Vorsitzender), David Küttler (Beisitzender), Anna Kiefner (Beisitzende) und Martin Ertz-Schander (2. Stellvertretender Vorsitzender)

Sitzungen

  • 26.02.2026, 18 Uhr, tba
  • 07.05.2026, 18 Uhr, tba
  • 27.08.2026, 18 Uhr, tba
  • 19.11.2026, 18 Uhr, tba

Neue Arbeit Brockensammlung stemmt sich gegen Defizit

Das Wichtigste seien die Menschen, auch, wenn es gleich fast nur um Zahlen gehe, sagte Organisationsberater Ulrich Gensch, bevor er der Synode des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen-Münden in deren Sitzung am 13. November 2025 im Mündener Welfenschloss die wirtschaftliche Situation der neuen Arbeit Brockensammlung (NAB) vorstellte.
Mit Zahlen der NAB befasste sich die Synode nicht zum ersten Mal, denn die NAB hat seit einigen Jahren mit Defiziten zu kämpfen. Sie ist ein diakonischer Eigenbetrieb des Kirchenkreises, das heißt, der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Göttingen-Münden fängt die Defizite auf. Diese auf Null zu reduzieren ist das erklärte Ziel. Bis zum Jahr 2017 war das Betriebsergebnis der NAB positiv, seitdem wird es wirtschaftlich schwieriger. Hauptursache: ein, wie Gensch sagte „dramatischer Rückgang an Fördermitteln“. Längst werden die Maßnahmen und Projekte, in denen bei der NAB Langzeitarbeitslose beschäftigt und geschult werden, nicht mehr nur aus einer Quelle gespeist, sondern aus vielen verschiedenen Programmen. „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (BIWAQ, Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen), Bundesfreiwilligendienst, Maßnahmen über das Jobcenter und andere mehr nannte Gensch. Akquise und Antragstellung seien dadurch sehr aufwendig geworden, die Einnahme an dieser Stelle habe sich von einer Million auf gut 500.000 Euro fast halbiert. Einen zweiten großen Einnahmeverlust skizzierte er in Zusammenhang mit der Tischlerei, wo nach einem Personalwechsel fast der komplette Kundenstamm weggebrochen war und die Auftragslage stark schwanke.
Im Jahr 2023 verzeichnete die NAB ein Defizit von gut 200.000 Euro. Seitdem wird gegengesteuert, was erste Erfolge zeigt. Tischlerei und Malerbetrieb wurden unter einer Leitung zusammengelegt, sodass die Mitarbeitenden flexibel eingesetzt werden können und Dienstleistungen aus einer Hand bieten. Personal wurde abgebaut, die Buchhaltung angepasst, Leitung neu definiert. Der Wirtschaftsplan für das Jahr 2024 hatte noch ein Minus in Höhe von rund 67.000 Euro errechnet, das tatsächliche Ergebnis fällt mit knapp 39.000 Euro sogar besser aus. Die für dieses Jahr geplante „schwarze Null“ werde allerdings nicht erreicht werden können. Dennoch drückte sich Gensch zuversichtlich aus, es gebe eine leichte Tendenz nach oben. Da die NAB zur Kompensation von Kostensteigerungen nicht einfach die Preise in ihren Gebrauchtwarenläden erhöhen könne – das sind in Göttingen das Gebrauchtmöbelhaus in der Levinstraße sowie die Second-Hand-Läden KIM, Angerstraße, und Klamotte, Weender Landstraße – wird an anderen Stellen an der Verbesserung der Ergebnisse gearbeitet. Erscheinungsbild und Warenpräsentation wurden und werden verbessert, neue Produkte und Dienstleistungen sollen aufgenommen, nicht Lukratives indes aus dem Sortiment genommen werden. In diesem Jahr wurde das Personal nicht weiter reduziert, im nächsten Jahr ist an dieser Stelle ein weiterer Abbau geplant, jedoch ohne betriebsbedingte Kündigungen. Wichtig sei auch, schnelle Entscheidungswege sicherzustellen, so Gensch. Mit einem Jahresumsatz von 2,5 Millionen Euro müsste die NAB wie ein Wirtschaftsunternehmen geführt werden, kirchliche Verwaltungsstrukturen sind damit nicht immer kompatibel.
Die NAB hat derzeit 27 Mitarbeiter*innen. Im vergangenen Jahr haben 269 Menschen durch die NAB wieder Teilhabe an der Gesellschaft gefunden, in diesem Jahr werden es mindestens ebenso viele Teilnehmer*innen sein.

Ja zum Fonds für energetische Sanierung

Bei nur einer Gegenstimme hat die Synode des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen-Münden in ihrer Sitzung am 13. November 2025 im Mündener Welfenschloss die „Schaffung eines Fonds zur energetischen Transformation“ beschlossen. Das Volumen umfasst 600.000 Euro und wird aus Überschüssen des Kirchenkreis-Haushaltes der vergangenen sieben Jahre gespeist. Der Schwerpunkt liege auf den Pfarrdienstwohnungen, erläuterten Ulrike Schmidt-Glawatz, Vorsitzende des Bauausschusses, und Peter Friele, Abteilungsleiter Bauen und Liegenschaften im Kirchenamt Göttingen-Münden.
Zum einen kann man an dieser Stelle am meisten bewirken: Viele Heizungen in Pfarrhäusern seien veraltet, so Friele, nur wenige Gemeinden können eine Sanierung selbst finanzieren. Das hatte zur Folge, dass Gebäude über die Jahre nicht ausreichend modernisiert werden konnten. Hier kann man ansetzen im Sinne des Klimaschutzes, und mit der Summe aus dem Fonds mindestens acht Gebäude energetisch ertüchtigen. Die Gemeindehäuser nehme man ebenfalls in den Blick, so Ulrike Schmidt-Glawatz, außen vor bleiben hier jedoch Kirchengebäude, da dort Sanierungen eine ganz andere Dimension hätten und anderer Lösungen bedürften.
Zum anderen schaffe man so attraktiveren Wohnraum für Pfarrstellenbewerber*innen, ein Pluspunkt für die Stellenbesetzung. Bei einer Gegenstimme einigte sich die Synode auch auf die weitere Vorgehensweise: Der Kirchenkreis mietet die zu sanierenden Pfarrhäuser für mindestens 12 Jahre von den Gemeinden, das Kirchenamt übernimmt die Verwaltung der Immobilien. Die Gemeinden wären verpflichtet, die Mieteinnahmen zweckgebunden als Rücklage anzulegen für die weitere bauliche Unterhaltung der Häuser. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die Gebäude in einem guten Zustand bleiben, was langfristig Kosten spart, skizzierte es Friele. Derzeit haben die Gemeinden keine Mieteinnahmen, wenn ihr Pastor oder ihre Pastorin im Pfarrhaus wohnt, da die Dienstwohnung direkt über die Landeskirche verrechnet wird. Zwar können die Gemeinden bei der Landeskirche wiederum Baumittel beantragen, die sind aber auch für Kirchengebäude und Gemeindehäuser gedacht. Dadurch kommen die Pfarrhäuser oft zu kurz. Welche Pfarrhäuser eine Chance haben, über den Fonds zu einer neuen Heizung zu kommen, orientiert sich am vorliegenden Gebäudebedarfsplan des Kirchenkreises. Ob eine Gemeinde den Fonds nutzen und sich um eine Teilnahme bewerben möchte, entscheidet der jeweilige Kirchenvorstand selbst.