"Norddeutsches Barockfest" in St. Jacobi Göttingen

Im April findet in der Göttinger Jacobikirche ein "Norddeutsches Barockfest" mit drei Orgelkonzerten jeweils freitags um 18 Uhr statt. Beginn war am 10. April. Mit diesem Festival wurde auch die diesjährige Reihe der Freitag-Abend-Orgelmusiken eröffnet.


Die Barockzeit war in Norddeutschland eine Blütezeit des Orgelbaus und der Orgelmusik. Bedeutende Orgelbauer wie Arp Schnitger und Hans Scherer bauten sehr große Orgeln mit einem großen, eigenständigen Pedalwerk. Auch die viermanualige Ott-/Schmid-Orgel der Göttinger Jacobikirche ist aufgebaut wie die großen Barock-Orgeln z.B. in St. Jacobi in Hamburg oder St. Marien in Lübeck: 


Die einzelnen Werke der Orgel werden gerahmt von zwei große "Pedaltürmen" mit bis zu 5 Meter langen Pfeifen, vorn an der Brüstung befindet sich ein kleineres Orgelwerk (das "Rückpositiv"), um auch räumlich voneinander abgesetzte Klang- und Echowirkungen zu ermöglichen.


Die Komponisten nutzten die Möglichkeiten dieser Orgeln aus, in dem sie Echopassagen und virtuosen Figuren - auch für das Pedal - komponierten. Zu den bekanntesten Komponisten die der damaligen Zeit zählen Dieterich Buxtehude und Franz Tunder (beide St. Marien, Lübeck), Georg Böhm (St. Johannis, Lüneburg), Nikolaus Bruhns (Husum), Mathias Weckman (St. Jacobi, Hamburg) und Vincent Lübeck (St. Cosmae, Stade).


Die ersten Freitags-Orgelmusiken sind ganz dieser "Sternstunde" der Orgelmusik gewidmet.


Freitag, 17. April, 18 Uhr "O lux beata trinitas"
Stefan Kordes spielt Matthias Weckman (O lux beata trinitas"), Vincent Lübeck (Praeludium E-Dur) u.a.


Freitag, 24. April, 18 Uhr "Norddeutsche Praeludien" 
Frank Birkenfeld spielt Nikolaus Bruhns, Dieterich Buxtehude und Georg Böhm


Die Reihe der Freitag-Orgelmusiken findet seit der Einweihung der großen Orgel von St. Jacobi 1966 regelmäßig statt. Die Orgelmusik am kommenden Freitag ist die 2.193. Musik seit Beginn der Reihe. Die aktuelle Konzertübersicht steht im Internet unter jacobikantorei.de.


Der Eintritt zu allen Freitagsmusiken ist frei.

Bildquelle: St. Jacobi